Kindergartentag Mecklenburg-Vorpommern


Rund 450 Erzieherinnen, Tagesmütter und Interessierte durften wir in der Fachhochschule Güstrow zum mittlerweile 11. Kindergartentag infolge unter dem Motto „Kindergarten bewegt alle“ am 24. April 2010 begrüßen. Unter dem Leitgedanken „Chancengleich gesund und aktiv aufwachsen in bewegungsfreundlichen Lebenswelten“ konnten die Teilnehmenden in verschiedenen Workshops Anregungen, Handlungshilfen und Perspektiven für eine nachhaltige, verhaltens- und verhältnisbezogene Gesundheitsförderung in der Arbeits- und Lebenswelt Kita sammeln.

Wie in jedem Jahr bot auch der „Markt der Möglichkeiten“ eine breite Palette fachlicher Informationen, unter anderem zu Themen der Bewegung, Ernährung, Pädagogik und Fortbildung. Hierzu stellten sich verschiedene Akteure und Institutionen mit ihren Projekten und mit vielerlei Praxisideen vor, die eine gelungene Verknüpfung in den Kita-Alltag widerspiegeln und zeigen, wie wertvoll Motivation und Engagement für die Gesundheit aller Beteiligter sein kann. Neben dem Angebot einer Vielzahl interessanter Materialien und Medien, konnten auch die ein oder anderen Erfahrungen und Impulse für die zukünftige Arbeitsgestaltung gegeben werden, sei es durch die an diesem Tag ausstellenden Partnerinnen und Partner, sei es durch die Referentinnen und Referenten im Plenum oder durch die engagierten Moderatorinnen und Moderatoren aus und in den Workshops.

Vor allem die Kita ist eine bedeutende Arbeits- und Lebenswelt für die Gesundheitsförderung, da in jungen Jahren der Grundstein für ein gesundes und aktives Erwachsensein gelegt wird. So bemühen sich viele Einrichtungen bereits Bewegungs- und Ernährungsaspekte in ihrem Kita-Alltag zu berücksichtigen und umzusetzen.

Gesundheitsförderung im Setting bedeutet aber auch, nicht nur den Fokus auf die Kinder zu legen, sondern alle Akteure innerhalb dieser Lebenswelt wertschätzend einzubinden. Dazu gehören auch die Vermeidung von stigmatisierendem Umgang untereinander und die Entfaltung des Handlungsspielraums, um selbstwirksam am Alltagsgeschehen teilhaben zu können. Somit bietet ein chancengleiches, gesundes und aktives Umfeld allen Beteiligten ein physisches, psychisches und soziales Wohlbefinden. Damit wird dem ganzheitlichem Gesundheitsverständnis, wie es 1948 international erstmals durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) öffentlich deklariert wurde, Rechnung getragen.

 

Kurze Berichte aus einigen Workshops

In dem Workshop „Streiten Jungen anders als Mädchen“ wurde die oftmals unbewusste Zuschreibung geschlechtsspezifischer Rollenerwartungen thematisiert. Für den Umgang in Konfliktsituationen wurden die Regeln und Techniken der Mediation vorgestellt. Diese Strategie dient der wertfreien und objektiven Konfliktlösung.

In der Arbeitsgruppe „Für einen kräftigen mobilen Rücken - Rückentraining für alle Erziehenden“ stellte eine Vertreterin des Landesturnverbandes MV e. V. verschiedene Bewegungsübungen vor, die im Alltag leicht umsetzbar sind. Bei dem kurzweiligen Training mit Thera-Band und Pezziball kam der Koordinator des Bewegungszentrums gemeinsam mit allen Anwesenden ins Schwitzen. Die wertvollen Eindrücke, die in diesem Zusammenhang für die weitere Projektarbeit gewonnen werden konnten, steuerten ihr Übriges zu einer rundum gelungenen Veranstaltung bei.

Das Wohl des Kindes stand im Mittelpunkt des Workshops „Die Rolle der Erziehenden im Kinderschutz“. Sensibel und wertschätzend gingen die Referenten auf die Frage ein, wie Erzieherinnen und Erzieher bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung reagieren sollten. Anhand zahlreicher Fallbeispiele und mit Hilfe praktischer Hinweise zur Gesprächsführung sowie zur Beobachtung und Dokumentation wurde verdeutlicht, wie wichtig es ist bei Kindeswohlgefährdung nicht die Augen zu schließen.

In dem Workshop „ADHS im Kindergartenalter - Chancengleichheit für Kinder mit ADHS“ wurden einige wertvolle und praktische Anwendungshilfen zum Umgang mit hypoaktiven und hyperaktiven Kindern im Kitaalltag vorgestellt und diskutiert. Die Workshopleiterin bereicherte die Veranstaltung insbesondere durch authentische Berichte infolge ihres aus der Erfahrung begründeten Wissens. Im aktiven Abschlusspart erhielten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, kreative Spielideen und -tipps für Kinder mit und ohne ADHS gemeinsam zu erproben.

„Ohne Burnout durch den Tag“ hieß es an diesem Tag im Workshop 19. Hier erhielten die Teilnehmenden ausgewählte Anregungen zur gesunden Bewältigung  von Stresssituationen. Dem kurzen Einblick in Theorie und Empirie von Burnout durch den Seminarleiter, folgte eine Reflexion der anwesenden Erzieherinnen mit dem Ergebnis, dass sich eine Menge tun lässt, um Stress zu vermeiden, egal wie widrig die Arbeits- und Lebensbedingungen innerhalb und außerhalb der Kita sind. Denn jeder vermiedene Stress entlastet unseren Körper und macht den Kopf frei. Für Situationen, in denen es trotzdem stressig wird, wurden zwei Methoden zur aktiven Stressbewältigung vorgestellt (u.a. der VFAP© - der Vier-Felder-Aufgaben-Plan) und im Anschluss von den Teilnehmenden in ersten Schritten auf ihre Praktikabilität im Alltag geprüft.  So lautete das Fazit der Veranstaltung: Bei jeder Aufgabe und sei sie noch so groß, folgt als nächstes immer der nächste kleine Schritt!

 

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