
Auf der einen Seite umfasst die Arbeit der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in diesem Setting gesundheitsfördernde Angebote und Aktivitäten in der Erwerbsarbeit oder anders gesagt im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Zugleich richtet diese Lebenswelt den Fokus auf die Arbeitslosigkeit und Armut und damit auf sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen.
Gesundheitsförderung in der Erwerbsarbeit wird durch das Aufgabengebiet der betrieblichen Gesundheitsförderung umfasst. Sie beinhaltet Maßnahmen zur gesundheitsgerechten Arbeitsplatzgestaltung und Unterstützung zum gesundheitsgerechten Verhalten.
In Mecklenburg-Vorpommern - einem Land mit überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen - sollte angesichts der in der Gesundheitsberichterstattung erkennbaren Problemlagen der Bevölkerung der betrieblichen Gesundheitsförderung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Laut Erhebungen ähneln die gesundheitlichen Belastungen im Rahmen einer drohenden Arbeitslosigkeit denen der vollzogenen Arbeitslosigkeit und müssen neben der arbeitsplatzbezogenen Gesundheitsförderung ebenfalls Beachtung
erfahren.
Die LVG MV erarbeitet ein Konzept zur betrieblichen Gesundheitsförderung in klein- und mittelständischen Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern. Mit einer Sammlung und Sichtung landesweiter Aktivitäten ist bereits begonnen worden.
Vielfach ist inzwischen nachgewiesen worden, dass erwerbslose Menschen einen schlechteren Gesundheitszustand als Erwerbstätige aufweisen. Dies betrifft zum einen objektive medizinische Kriterien, zum anderen das subjektive Erleben von Gesundheit. Entsprechend einer Auswertung gesundheitsbezogener Daten der deutschen Arbeitslosenstatistik (Hollederer, 2003) liegen bei fast einem Drittel der Langzeitarbeitslosen gesundheitliche Probleme oder Behinderungen vor.
Länger anhaltende Arbeitslosigkeit besonders im höheren Alter führt unweigerlich in die Armut und zu Gesundheitsproblemen. In Mecklenburg-Vorpommern sind diese Themen vordringlich zu lösende Problemlagen angesichts der vorhandenen Gesundheitsprobleme der Bevölkerung.
Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Mecklenburg-Vorpommern ist schon seit Jahren Initiatorin und Veranstalterin von Konferenzen und Fachtagungen, die diese Thematik beinhalten und damit Akzente setzt. In den bestehenden Gremien unseres Bundeslandes, wie z. B. der Landesarmutskonferenz, setzt sich die LVG dafür ein, Chancengleichheit für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen herzustellen, wie auch ihre gesundheitlichen und sozialen Kompetenzen zu stärken.
Die Koordinierung des Projektes "Regionaler Knoten in Mecklenburg-Vorpommern", gefördert durch die GKV Mecklenburg-Vorpommern und dem Ministerium für Soziales und Gesundheit, ist seit Mitte des Jahres 2006 an die LVG Mecklenburg-Vorpommern gebunden und widmet sich dem Thema der Gesundheitsförderung sozial Benachteiligter im Rahmen des Nationalen Kooperationsverbundes Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten.
Trotz der Häufung gesundheitlicher Risiken werden herkömmliche Angebote zur Prävention und Gesundheitsförderung von Erwerbslosen nur vermindert wahrgenommen, zumal der Betrieb als Setting für Gesundheitsförderung hier entfällt. Um diese Lücke zu schließen, ist an der TU Dresden das Gesundheitsförderungsprogramm „Aktive Bewältigung von Arbeitslosigkeit“ (AktivA) (Rothländer, 2002, 2007) entwickelt worden.
Die LVG ist seit Beginn 2009 mit der Einführung der neuen Veranstaltungsreihe "Eine psycho-soziale Schulung für MultiplikatorInnen aus der Erwerbslosenarbeit" in Zusammenarbeit mit der Stadtcaritas Greifswald und der TU Dresden im Gange. Die erste Veranstaltung fand im Februar 2009 an vier zusammenhängenden Seminartagen in Greifwald statt.
Lesen Sie hier zum Thema Armutsatlas 2009
Am 18. Mai 2009 stellten der Paritätische Gesamtverband und das Statistische Bundesamt die Ergebnisse des neuen Armutsatlas für die Regionen Deutschlands vor. Hier finden Sie die aktuellen Zahlen für Mecklenburg-Vorpommern: Armutsatlas 2009.